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Die Weltrekordkamera kommt
aus der Schweiz
Zürich - Die präzisesten
Digitalkameras kommen aus Feuerthalen im
Kanton Zürich. Dort hat der Familienbetrieb
Sinar einen Weltrekord bei der Bildauflösung
aufgestellt: Die für Anfang 2003
angekündigte Sinar M schiesst mit einem
speziellen Rückteil («Sinarback 54») Fotos
mit 88 Millionen Bildpunkten.
Damit hängt das Unternehmen namhafte Marken
wie Nikon, Canon und Minolta um Längen ab.
Kodak präsentierte soeben eine
Spiegelreflexkamera mit 14 Megapixeln. Im
Massenmarkt sind mittlerweile 5 oder 6
Megapixel üblich. Bei Sinar sind es nun 88
Megapixel. Das Gerät ist allerdings
ausschliesslich für den stationären Einsatz
konstruiert, also vorwiegend für
Studioaufnahmen.
So hohe Auflösungen sind nur möglich, wenn
die Kamera absolut vibrationsfrei lagert:
Sie setzt Fotos aus bis zu 16 Einzelbildern
zusammen. Dazu wird der Bildsensor während
der Aufnahme um Tausendstelmillimeter
verschoben - jeder Pixel, der sonst nur je
eine Grundfarbe (Rot, Grün oder Blau) sieht,
erhält präzis alle Farbinformationen.
Amateurkameras berechnen diese für jeden
Bildpunkt bloss annäherungsweise.
Der Fotograf drapiert sein Stillleben, zum
Beispiel Möbel oder Uhren, drückt auf den
Auslöser und gönnt sich zwei Minuten Pause.
In dieser Zeit schiesst die Kamera 16
Einzelaufnahmen. Daraus berechnet eine
Software das Bild mit Farben und Konturen.
Von bewegten Sujets macht die Kamera
Einzelfotos mit 22,3 Millionen Pixel - genug
für gestochen scharfe Werbeplakate.
Sinar ist vor allem in der Produkte- und
Architekturfotografie weit verbreitet. Vor
fünf Jahren stieg die Familien-AG mit heute
90 Angestellten in die Digitaltechnik ein.
«88 Megapixel sind ein Zwischenschritt zu
höheren Auflösungen», sagt Kundentechniker
Hans-Peter Ochsner.
Abnehmer sind Firmen wie der deutsche
Versandhändler Neckermann, für den mehr als
20 Fotografen mit Sinar-Geräten die
Warenkataloge produzieren. Dazu kommen «aber
auch überraschend viele Edelamateure», sagt
Ochsner - Privatleute also, die 63 000
Franken ausgeben können: Das nackte
Kameragehäuse kostet 15 000 Franken, das
Rückteil mit dem Bildsensor 48 000 Franken.
Daniel Metzger
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Info |
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www.sinar.ch
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Die Sinar
M ist eine
Mittelformatkamera für
Negative im Format 6 x
4,5 Zentimeter. Der von
Kodak exklusiv für Sinar
entwickelte Bildsensor
lässt sich auch mit
analogen
Mittelformatapparaten
anderer Marken
verwenden: Er wird dort
anstelle der
Filmkassette ins
Filmfach eingeschoben.
Für herkömmliche
Spiegelreflexgeräte mit
36-Millimeter-Rollenfilmen
ist der Chip indes zu
gross.
Im Extremfall mit
höchster Auflösung
benötigt ein Digitalbild
bis 510 Megabytes. Mit
herkömmlichen
Speicherkarten, wie sie
Fotoamateure benutzen,
ist da nichts mehr zu
machen. Darum muss die
Weltrekordkamera mit
einem schnellen Computer
verbunden sein, der die
Bilder auf seiner
Festplatte speichert.
Für die
Fliessbandfotografen der
Werbekataloge reicht
auch das nicht mehr: Sie
brauchen mittlerweile
ganze Rechenzentren.
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