13.August 2005
Route: Wetter: Fahrzeit: keine
Ahnung
By Urs |
Liebe Leute, hier sind wir. In Savoyeux.
Natürlich sind wir bei wunderbarem,
sackheissen Wetter hierher gereist. Dies via
Zürich (in Zürich Steffi abgeholt; sie kommt
einige Tage mit ihren alten Eltern auf
grosse Fahrt), Basel, Mülhausen, Besançon
und Gray. Für die ca. 450 km benötigten wir
eine Reisezeit von rund 5 Stunden.
Überraschend schnell konnte die
Bootsübernahme abewickelt werden. Unser
Schiff, eine "Linssen-Vlet" mit Namen MAEVA,
ist ein Produkt echter holländischer
Schiffbaukunst. Allerdings ist die liebe
MAEVA bereits etwas in die Jahre (Baujahr
91) geraten. Aber so auf den ersten Blick
ist alles drauf und dran. Na ja, wir werdens
ja noch sehen! Die erste Instruktionsfahrt
war auf jeden Fall befriedigend; der Motor
sei -dies sagt unser Instruktor-
praktisch nigelnagelneu und müsse nicht
gewartet werden (Oel-, Wasserkontrolle,
etc.). Nebst dem üblichen Einräumstress (die
MAEVA hat echt wenig Stauraum) kanns also
morgen losgehen.
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14.August 2005
Route: Wetter: Fahrzeit:
wiederum nicht aufgeschrieben!
By Urs |
| Natürlich regnet es heute morgen wie aus
Kübeln. War ja wohl nicht anders zu erwarten!
Der tägliche Wetterwechsel wird dieses Jahr
so langsam aber sicher zur Routine. Die
erste Reparatur hat die MAEVA bereits
hinter sich (Dusche: Wasser lief nicht ab
und musste vom Mechaniker "entstopft" werden).
So ca. um 10.30 gings dann endlich los.
Unser heutiges Ziel ist Gray. Also süd- resp.
flussabwärts.

Die Hindernisse: ein rund 700m
langer Tunnel, 3 Schleussen und hundsmieses
und saukaltes Wetter. Dank unserem
eingespielten Team haben wir das alles
natürlich problemlos bewältigt. Fahrzeit:
rund 4 Stunden. In Gray haben wir eine tolle
Anlegestelle gefunden, ein geradezu
sintflutartiges Gewitter überstanden, und
bei der lieben MAEVA noch die Umschaltung
der Steuerung von innen nach aussen
reparieren lassen. Nun auch dies sollte
jetzt klappen. Und jetzt geht's ab zu einem
feinen französischen Essen. Salü mes chèrs!
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15.August 2005
de stéfanie
Route: Gray - Pontellier Wetter:
solalala Fahrzeit: 3 Std.
de Monsieur Urs: |
Vom grauen Grey ins minimal sonnigere,
jedoch herbstliche Pontellier: Bereits
fallen die Blätter und es könnte gut gegen
Mitte Oktober gehen. Gleichzeitig scheint
Jesus vor zig Jahren vom Himmel
heruntergekommen zu sein (um Maria zu suchen?
wir glauben, in der Schweiz nicht....) und
deswegen ist in Pontellier alles zu,
halleluja. Um uns zu aklimatisieren,
entscheiden wir uns für ein Café mit
passendem Getränk. Während wir gemütlich zu
allem entschlossene Velofahrer in bunten
engen Anzügen beobachten, tauchen
merkwürdige Assoziationen auf. Das ganze
Dorf erinnert stark an den Film "saving
private ryan" (für alle Cineasten; die Szene
gegen Schluss, als die Alliierten in einem
kleinen französischen Dorf einen Hinterhalt
legen, um die Deutschen daran zu hindern,
diese eine wichtige Brücke zu erobern und
versagen). Es stellt sich heraus, dass die
zweite Weltkriegsstimmung an diesem
katholischen Feiertag begründet war, das
nette Café diente den Deutschen als
Hauptquartier in Pontellier und die Front
war der Fluss.... chinchin!
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| 16.August 2005
de la mademoiselle stéfanie
Route: Pontellier- St-Jean-de-Losne. |
Ha! Die Sonne, sie scheint, wärmt und
brennt am späteren Nachmittag auf uns nieder,
während wir uns auf dem Wege nach
St.Jean-de-Losne befinden. Für alle
Unkundigen in dieser Gegend, wir fahren den
Fluss Saone abwärts (mit lächerlichen 8
Kilometern pro Stunde, säähr gemütlich, aber
diese Franzosen haben den Motor seiner
Fähigkeiten beraubt und we are damned to
dümpel) und geniessen den leeren Fluss.
Wir - respektive meine Eltern - proben den
Ernstfall in der Schleuse und üben das
Handling mit Steuer und Seil, während ich
gemütlich den hübschen Schleusenwärter
anschauen kann. Nicht ganz ohne, so eine
Schleuse! Aber während unser Boot ruhig
hineinfährt und maximal mit dem Bremsweg ein
bisschen zu kämpfen hat, torkeln regelmässig
hinter uns die Boote anderer Freizeitskipper
quer durch die enge Schleuse. So zum
Beispiel heute in Schleuse 1. "Alla sinistra!
- "no, alla destra!" schreien die Italiener
hinter uns. Währendessen stehen die vier
Bikinigirls auf dem Deck und schwenken
unmotiviert mit den Anlegeseilen herum.
Hübsches Bild.
Ich bekomme meine ersten Lektionen im
Böötlifahren und schaffe es wirklich, unter
einer Brücke durchzukommen - ok, die sicher
20m breit ist, also noch keine
Meisterleistung ;) Die doch etwas
schwierigere Hafeneinfahrt meistert dann le
chef, wenn auch mit leichtem bibbern ("Wo
müssen wir jetzt genau durchfahren, welches
Schild ist das Gültige?"). Das
Parkiermanöver ist dann jedoch 1A (nur die
Holländerin, die unbedingt uns helfen wollte
und sich an das Seil des Bugs klammert,
macht einige wilde Grimassen vor lauter
Krafteinsatz um das Boot an den kleinen
Seitenpier zu ziehen). Und jetzt am Abend,
lockeres Weintrinken: vive la saone!
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17.August 2005
Route: Ruhetag! Wetter: Schön ...und Wind,
Wind von früh morgens bis spät abends.
Fahrzeit: 0.00
Redacteur: Urs |
Also der Wind wird schon langsam lästig.
Seit drei Tagen weht es praktisch
ununterbrochen. Man muss sich richtig
zusammennehmen, um von diesem unablässigen
und böigen Wind kein Kopfweh zu bekommen.
Ansonst verbringen wir in St-Jean-de-Losne
einen gemütlichen Tag. Lesen, Velofahren und
ein wenig "bla-bla-bla" mit den Nachbarn zur
Rechten (Holländer) und zur Linken (Engländer)
sind Programm. St-Jean-de-Losne verfügt über
einen riesigen "Gare d'eau" (wohl gegen 300
Anlegeplätze). Im Ort selbst ist allerdings
nicht viel los, resp. "tote Hose". Doch im
Gegensatz zu Gray (dort sind der Grossteil
der Liegenschaften abbruchreife Bauruinen
oder "à louer") sieht es in St-Jean-de-Losne
wesentlich besser aus.
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18.August 2005
Route: St-Jeane-de-Losne -
Verdun sur-le-Doubs. Wetter: Schön,
heiss..und natürlich Wind, Wind, Wind.
Fahrzeit: 4.5 Stunden
Reportage de Urs: |
| Ach du Scheisse! Das gibts doch nicht!
Tatort: Schleusse von Ecuelles. Täter: der
Fahne nach Mexikaner. Sie fotografiert, er
setzt sich in Pose und päng, schon liegt er
bei laufendem Schleussvorgang im "Bach". Der
Mann zappelt um sein Leben. Zum Glück
gelingt es ihm, sich relativ schnell ins
Boot hoch zu ziehen. Glück gehabt. Aber der
hat mit Sicherheit eine Gewaltsschock
eingefangen. Bleibt noch zu erwähnen, das
die Schleusse von Ecuelles nur mit
Schwimmwesten befahren werden darf. Na ja,
jetzt wissen wir warum. Und der auch.
Nach
St-Jean-de-Losne wird die Saone wesentlich
offener. Nicht mehr links und rechts nur
Bäume. Man sieht aufs Land, sieht die
vorbeiziehenden Dörfer. Echt
abwechslungsreif. Verdun-sur-le-Doubs (nicht
mit dem im 2. Weltkrieg berühmt gewordenen
Verdun zu verwechseln) verfügt nur über
einen kleinen (Platz für 20 Boote) aber
gemütlichen Hafen und ein ebenso kleines aber lebhaftes
Dorfzentrum. Und für die Kultur tun wir auch
noch was: das Weizen- und Brot-Museum wird
besucht.
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19.August 2005
Route: Verdun-sur-le
Doubs - Chalon-sur-Saone
Wetter: durchzogen. Einzige Konstante:
der liebe Wind. Fahrzeit: 3 Stunden.
Toujours de moi. |
| In Chalon umrunden wir die "Ile
St-Laurent" und finden einen grosszügig
angelegten Hafen. Ist ja schliesslich auch
-wie auf einer schönen blauen Sternentafel
vermerkt- mit EU-Geldern finanziert.
Da muss man natürlich "klotzen".
Logischerweise kostet das auch uns was,
müssen wir doch für unser schnuckliges
Böotlein happige 15 EUR blechen. Der Hafen
liegt allerdings fantastisch: in nur fünf
Minuten sind wir inmitten dem
mittelalterlichen Zentrum von Chalon. Echt
eindrücklich. So eine tolle Altstadt haben
wir noch nie gesehen! Zusätzliche Farbe gibt
heute dem Ganzen ein lebhafter Gemüse-,
Früchte- und Lebensmittelmarkt. Obwohl
beinahe schon Plattfüsse muss ich noch den
Besuch des "Musée de la Photographie" über
mich ergehen lassen. Wie mich meine liebe
Gattin rücksichtsvoll aufklärt, sei dies das
weltweit berühmteste Museum der Fotografie
und ohne Besuch oute man sich als absoluter
Kulturbanause. Muss zugeben: recht
eindrücklich was die hier alles an
Apparaturen, Fotografien, etc. angesammelt
haben. Spassig für mich die Vorführung von
dreidimensionalen, mit Spezialbrille zu
betrachtenden Aufnahmen. Übel allerdings,
dass ich diesen Museumsbesuch mit einem auf
dem Markt gekauften, frisch gebratenen
Poulet absolviere, resp. sich alle Leute
-dieses Gefühl habe ich zumindest-
nach mir umdrehen und die Nase rümpfen.
Katzen hätten mich wohl angefallen! |
20.August 2005
Route: Chalon
- Tournus
Wetter: recht schön und vorallem:
endlich mal kein Wind. Fahrzeit:
standardmässige drei Stunden für ziemlich
genau 30 Km.
Verslaggever: Urs |
| In Tournus ist heute Karussell-Tag.
Langs dem Quai -logischerweise direkt
über unserer Anlegestelle- ist
Hochbetrieb: Schiessbuden, Glücksspiele (Gegenstände
fischen und mit Münzen Münzen verdrängen,
etc.) sowie Kinderkarusselle sind Trumpf.
Grössers hat ja auf dem nicht allzu breiten
Quai kaum Platz. Jetzt bleibt bloss noch
abzuwarten, wann hier Feierabend ist, resp.
ob die vorsichtshalber mitgenommen
Ohrenpfropfen noch zum Einsatz kommen. |
Kurz das heutige Schreckerlebnis in der
Schleusse von Ormes. Plötzlich stehen wir
beinah quer. Der Bug küsst kurz die
Schleussenwand. Unser mit dem Vorderrad über
den Bug gehängte Fahrrad dient als
Stossdämpfer. Und fängt als Belohnung für
diesen Schutz einen leichten "Achter" ein.
Mehr ist dank blitzschneller und gekonnter
Reaktion der Besatzung nicht passiert.
Schwein gehabt...und nie mehr über Mexikaner
spötteln :-)
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| Riesig, diese Saone-Hotelschiffe.
Eindrücklich wenn so ein Riesending (sicherlich
einiges über 100 m lang) mit voller
Beleuchtung und praktisch lautlos
vorüberzieht. Und für uns Hobbyschiffer fast
nicht vorstellbar, dass diese noch um 9 Uhr
abends, also praktisch bei Dunkelheit,
unterwegs sind. Na ja, sind ja auch Profis
am Werk. |
|
Woche
zwei! |